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Venen und Schwangerschaft

Durch die Hormonumstellung kommt es auch ohne die zusätzliche Gewichts- und Druckbelastung der Venen zu einer Gefäßweitstellung, die Gebärmutter-Muskulatur wird "ruhiggestellt" und damit erschlaffen auch die venösen Gefäße. Durch den Druck verlangsamt sich zusätzlich die Geschwindigkeit des venösen Rückflusses.

Das Blutvolumen steigt bereits zu Beginn der Schwangerschaft um etwa 20% an, schließlich muß der Fötus auch ernährt werden, das alleine führt bereits zu deutlich erhöhter Belastung der Venen. Problematisch wird dies bei vorgeschädigtem Venensystem, wenn nicht "von außen" (Kompressionsbehandlung) eine Unterstützung der Venen erfolgt.

Die Thromboserate bei Schwangerenist um den Faktor 3-5 gegenüber Nichtschwangeren deutlich erhöht. Auch die Lungenembolie nach akuter Beinvenenthrombose ist auch heute noch weiterhin leider die Haupttodesursache während der Schwangerschaft. Zum Glück sind insgesamt bei gesunden Schwangeren Thrombosekomplikationen selten. Gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar dürfen während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden.

Eine wirksame Prophylaxe und Behandlung von Thrombosen und Lungenembolie erfolgt während der Schwangerschaft durch eine Heparinbehandlung. Dabei sind Prophylaxe- und Behandlungsdosis unterschiedlich. Heparin tritt nicht auf den Kreislauf des Fötus über, da Heparin die Plazenta nicht passieren kann. Nach der 12. Schwangerschaftswoche kann also Heparin verabreicht werden. Spätestens ab der 30. Schwangerschaftswoche ist es sicher sinnvoll, bei entsprechender Risikokonstellation auch einen Gefäßspezialisten in die Betreuung von Schwangeren mit einzubeziehen. Basisprophylaxemaßnahme ist auch bei Schwangeren die Kompressionstherapie, die sinnvoll über die Zeit angepaßt werden sollte, weil sich die Venensituation im Verlauf der Schwangerschaft ändern kann.

Eine Tromboseprophylaxe in der Schwangerschaft und im Wochenbett ist in folgenden Situationen ratsam:

posttrombotisches Syndrom (abgelaufene Thrombose)

wiederholte Thrombophlebitis

ausgeprägte Krampfaderbildung

Nachbehandlung nach einer Thrombose

 

 

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Stand: 22. April 2000