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Hoch die Beine - Lagerung nach Ratschow

Der wohl bekannteste Funktionstest wurde von Ratschow angegeben. Bei diesem schon klassisch zu nennenden Belastungstest liegt der Patient bei der Prüfung der unteren Extremität auf dem Rücken, hat die Beine um 90° in der Hüfte nach oben abgebeugt und läßt die Füße möglichst so lange kreisen, bis Schmerzen auftreten.

Anschließend setzt sich der Patient auf. Die herabhängenden Beine werden in ihren Verfärbungen beobachtet. Einer anfänglichen Blässe folgt eine zunehmende Rötung, besonders deutlich im Bereich des Fußes. Bei intaktem Venensystem kommt es im Anschluß daran zu einer prallen venösen Füllung mit hervorstehenden Fußvenen. Beim Gesunden laufen diese Vorgänge innerhalb der ersten 15 Sekunden nach Aufrichten ab, beim Verschlußkranken in Abhängigkeit der Beschwerden sind die Auffüllzeiten für die Kapillaren und Venen mehr oder weniger deutlich verlängert (mehr als 30 Sekunden). Mit dieser Untersuchung haben Sie gleich eine Übungsmaßnahme bei Durchblutungsstörungen erlernt.

In Abwandlung dieses Tests kann auch die Beobachtung der kapillären und venösen Wiederauffüllung nach Wechsel vom Liegen zum Sitzen mit herabhängenden Beinen Hinweise auf das Ausmaß der Durchblutungsstörung geben. Bei schweren Durchblutungseinschränkungen ist auch hier schon eine deutliche Verzögerung der kapillären Wiederauffüllung festzustellen.

An den Armen ist ein ähnlicher Belastungsversuch möglich. Der sitzende Patient hebt die Arme über den Kopf, zur weiteren Erschwerung kann der Untersucher zusätzlich den Einstrom durch festes Umfassen der Unterarme behindern.

Es werden Faustschlußübungen bis zum Auftreten der Schmerzen aus Durchblutungsmangel durchgeführt. Danach wird zunächst bei erhobenen Armen der Grad der Abblassung beobachtet, anschließend sollte der Patient die Arme herabhängen lassen und die Zeit bis zum Auftreten der kapillären und venösen Auffüllung wird gemessen. Fehlerquellen wie bei der Lagerungsübung der Beine sind auch hier möglich. Durch Kälte, Nikotin oder auch Erregung können falsch positive Ergebnisse auftreten.

 

 

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Stand: 16. Februar 2000