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Krampfadern sind mit die
häufigsten chronischen Krankheiten, die es überhaupt gibt. Sie haben eigentlich nichts
mit Krämpfen zu tun, sondern kommen von dem alten Begriff "Krummader", also
krumme Ader. Andere Begriffe für Krampfader sind Varizen, Varikosis oder Varikose. Mit
all diesen Begriffen wird eine Erweiterung des oberflächlichen Venensystems beschrieben,
ein Leiden, das Menschen wahrscheinlich dem aufrechten Gang "verdanken", welcher
zu einer vermehrten Belastung des Venensystems führt. Die Ursachen hierfür sind
vielschichtig. Veranlagung (= Bindegewebs- oder Venenwandschwäche), Bewegungsmangel,
Schwangerschaft und Übergewicht spielen eine wesentliche Rolle. Das Grundproblem entsteht
aus der Tatsache, dass wir als aufrechtgehende »Zweibeiner« das verbrauchte,
sauerstoffarme Blut beim Gehen nach oben pumpen müssen. Hierfür ist vorrangig die
Muskulatur der Funktionseinheit Fuß-Sprunggelenk-Wadenmuskel zuständig. Besonders stark
mit Venen durchsetzt ist dabei der Wadenmuskel, der sich beim Gehen mit jedem Schritt
einmal vollsaugt und dann ausgepresst wird. Daher sind Krampfadern häufig an den Beinen,
aber viel seltener an den Armen zu finden, wo meistens andere Ursachen zu finden sind als
am Beinvenensystem.
Wenn man berücksichtigt, dass sich diese Mechanismen für Menschen entwickelt haben, die
über Millionen Jahre hinweg in zahllosen Generationen der Jäger und Sammler ihr Leben
als Fußgänger verbracht haben, wird sehr schnell klar, dass wir durch unsere
hochzivilisierte Lebensweise diesen Abschnitt des Kreislaufs ständig massiv überlasten.
Zunehmende Über- dehnung dieser Gefäße ist die Folge. Diese »Materialermüdung«
erfasst im Laufe der Zeit meist alle Abschnitte des Beinvenen- systems. Besenreiser,
Krampfadern, Ödeme (Schwellungen) entstehen und können eine Reihe von Komplikationen
verursachen wie Venenentzündungen, Thrombosen (Blutgerinnsel), Embolien (Verstopfung
der Lungengefäße), Gewebsentzündungen, Beingeschwüre. Diese Spätfolgen können in
den aller- meisten Fällen durch frühzeitige Behandlung und konsequente Nachsorge
vermieden werden.
Man unterscheidet verschiedene Formen von Krampfadern. Meist liegt eine teilweise erblich
bedingte Venenschwäche vor, die zu einer Stauung durch Veränderung der Venenwände und
deren Venenklappen kommen. Dann spricht man von einer primären
Varikosis. Da das oberflächliche Venensystem nur zu einem geringen Anteil den
Rücktransport des Blutes aus den Beinen sicherstellt, kann man das oberflächliche
Beinvenensystem auch operativ entfernen, wenn es für die Venenfunktion erforderlich ist.
Ganz anders sieht die Situation bei einer sekundären Varikosis aus.
Hierbei erweitern sich die oberflächlichen Beinvenen, weil sie als Umgehungsgefäße bei
Verlegung des tiefen Beinvenensystems benutzt werden und das tiefe Beinvenensystem das
anfallende Blut nicht in ausreichendem Maße abtransportieren kann. Der Druckanstieg im
tiefen Beinvenensystem führt dann nach und nach zur Erweiterung der oberflächlichen
Beinvenen.
Je nach Größe und Funktion werden verschiedene Krampfadertypen unterschieden:
- Stammvarikosis
- Seitenastvarikosis
- retikuläre Varizen
- Perforansvarizen
- Besenreiservarikosis
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