Gefaess-medizin.de   Arterien, Venen, Gefäßkrankheiten, Lymphe

| Arterien | Venen | Foren | Lasermedizin | Seitenverzeichnis | Aktuelles |Fachbegriffe | Wir über uns|

Home
Nach oben
Widerstand

 

Durchblutung - ob wann wird es kritisch? 
Der mittlere Blutdruck in der zuführenden Arterie oberhalb des Verschlusses steigt praktisch nicht an. Dies wird verständlich, wenn wir uns an das geschlossene System des Gesamtkreislaufs erinnern. Das Ausschalten eines Teilkreislaufs (z. B. Beinstrombahn) hat keine nennenswerte Rückwirkung auf den System-Blutdruck, da der verminderte venöse Abstrom aus der Beinstrombahn auch einen verminderten venösen Zustrom zum Herzen und damit eine Abnahme des Herzminutenvolumens bedeutet.

Anders verhält es sich mit dem Druck unterhalb eines Gefäßverschlusses. Durch das Passieren der kleinkalibrigen Umgebungsgefäße ist die Strömungsgeschwindigkeit in den einzelnen Umgebungsgefäßen erheblich gesteigert, so dass ein erheblicher Teil der Flüssigkeitsenergie als für das System nicht mehr brauchbare Wärmeenergie (Reibung) verloren geht. Das Ausmaß des Energieverlustes wird durch den gesunkenen Druck repräsentiert.

Diese Beziehung lässt erkennen, dass bei Steigerung der Flussgeschwindigkeit oder Abnahme des Radius die Druckdifferenz größer werden muss. Da sich der Druck oberhalb des Gefäßes praktisch nicht ändert, kann die Zunahme der Druckdifferenz nur Folge der Drucksenkung unterhalb des Gefäßverschlusses sein. Beim akuten Verschluss kommt es gewöhnlich zu einer erheblichen Druckabnahme, gelegentlich bis auf 40 mmHg oder weniger. Wichtig ist dabei die Frage, ob das sog. "kritische Druckniveau" erreicht oder gar unterschritten wird.

Das kritische Druckniveau ist definiert als derjenige Druck unterhalb des Gefässverschlusses, der gerade noch zur ungestörten Passage des Blutes durch die kleinsten Gefässe (Kapillaren) ausreichend ist. Die Grösse des kritischen Druckniveaus ist weder konstant noch exakt anzugeben. Folgende Überlegungen und die Erlässuterung einiger in diesem Zusammenhang charakteristischer Druckgrössen weisen daraufhin, dass das kritische Druckniveau zwischen 40 und 50 mmHg angesiedelt werden muss.

Formal ist eine Kapillardurchblutung spätestens dann nicht mehr möglich, wenn der Druck hinter Gefässverschlüssen den Venendruck (etwa 20-25 mmHg) erreicht hat. Tatsächlich haben wir bereits bei höheren Drücken mit einem Stillstand des Blutes zu rechnen. Es muss erst ein bestimmter Druck aufgebracht werden, um überhaupt eine Strömung in Gang zu bringen. Den Druck, bei dem eine Strömung gerade nicht mehr nachweisbar ist bzw. gerade beginnt, nennt man kritischen Verschlußdruck" oder "Stagnationsdruck". Darüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass bei fallendem treibendem Druck das Blut durch Verklumpung (Aggregatbildung) roter Blutzellen seine gute Fliessfähigkeit verliert und ein Transport roter Blutkörperchen nicht mehr stattfindet.

 

 

Home ] Nach oben ] Widerstand ]

Senden Sie ihre E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: email@gefaess-medizin.de
Copyright © 1999 - 2001     Klinik für Gefäßmedizin - Angiologie Knappschaftskrankenhaus Bottrop  Tel.: 02041 - 15-1100
Stand: 29. Juli 2000