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Dehnung von Engstellen der Gefäße
( Ballondilatation, PTA, Aufdehnung )




PTA – Was will man mit einem Ballon oder einem Stent erreichen:

Durch eine Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie), durch Kernspintomographie oder eine Katheteruntersuchung (Angiographie) kann eine Verengung oder ein Verschluß eines (möglicherweise auch mehrerer) Gefäße(s) festgestellt werden.

Engstellen schränken zunehmend die Blutversorgung der Muskulatur ein, entweder in Ruhe oder bei körperlicher Belastung. Die Ballondilatation führt zur Aufdehnung von Gefäßverengungen. Die Muskeldurchblutung wird dadurch verbessert; Beschwerden lassen nach, treten erst nach längerer Belastung auf oder verschwinden völlig.




Durchführung der Behandlung:

Das Vorgehen ist ähnlich wie bei der Katheteruntersuchung (Angiographie) zur Diagnose einer Durchblutungsstörung. Hier wird gelegentlich ein etwas größerer Katheter benutzt, der in das betroffene Gefäß eingebracht wird und der als "Arbeitskanal" dient. Über diesen Führungskatheter wird ein haarfeiner Draht (Führungsdraht) in das betroffene Gefäß, durch die verengte Stelle hindurch bis in die fern gelegenen Abschnitte des Gefäßes eingeführt. Dieser Draht dient als Schiene für den darüber einzuführenden Ballonkatheter. Der Ballonkatheter besteht aus einem sehr feinen Kunststoffschlauch, der in seiner Spitze einen 2-12 cm langen Ballon besitzt. Dieser Ballon ist markiert und bei der Röntgendurchleuchtung sichtbar. Er wird genau in die Verengung eingebracht. Durch Aufblasen des Ballons mit einer Kontrastmittel-Kochsalz-Mischung wird die enge Stelle aufgeweitet. Während dieses Vorgangs, welcher 15-60 Sekunden (seltener wesentlich länger) dauert, fließt kein Blut durch das Gefäß und es können hierbei auch Schmerzen auftreten. Diese Beschwerden lassen nach, sobald der Ballon entleert und zurückgezogen wird. Die Gefäße sind aber an der Innenseite nicht mit Nerven versorgt, so dass man nicht spürt, wo sich der Katheter gerade im Körper befindet. Nur das Kontrastmittel führt zu einem nicht schmerzhaften Wärmegefühl. Beschwerden sollten gleich mitgeteilt werden, damit der behandelnde Arzt reagieren kann, da Schmerz immer auch ein Warnsignal sein kann. Nachlassen der Beschwerden ist ebenfalls ein wichtiges Zeichen.

Durch Kontrastmitteldarstellung des Gefäßes wird das Ergebnis der Behandlung sofort beurteilt. Sie ist in über 90% der Fälle erfolgreich, so daß in der Regel nur noch leichtgradige Verengungen, die keine Beschwerden mehr verursachen, zurückbleiben. Auch frisch verschlossene Gefäße bei akutem Gefäßverschluß können durch dieses Behandlungsverfahren mit einer hohen Erfolgsrate (über 90%) geweitet und somt wiedereröffnet werden. Bei einem altem vollständigem Gefäßverschluß (in Abhängigkeit der Gefäßregion bis zu einem Jahr) nehmen die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung ab, allerdings kann auch in diesen Situationen häufig ein operativer Eingriff umgangen werden, die Erfolgsaussichten liegen bei etwa 60 - 70%.

Vor allem komplizierte Gefäßveränderungen lassen sich mit Ballonkathetern nicht oder nicht ausreichend aufdehnen und müssen mit speziellen Behandlunsverfahren vorbehandelt werden, um sie einer Ballondilatation zugänglich zu machen. Die wichtigsten Verfahren sind die Lyseverfahren und die Atherektomie, neue Entwicklungen wie Cutting-Ballon (Ballon mit kleinen Messern) und Kryoballon müssen sich erst noch bewähren und bleiben vorerst speziellen Situationen vorbehalten.

Atherektomie: Fettpolster an großen Gefäßabschnitten, die unregelmäßig angeordnet sind, können mit einem rotierenden Messer, welches in einem kleinen Gehäuse untergebracht ist, abgetragen werden. Der Atherektomiekatheter wird ebenfalls über einen Führungsdraht vorgeschoben. Über einen batteriebetriebenen Motor erfolgt die Abtragung, während das Messer langsam vorgeschoben wird. Der Vorgang muß mehrfach wiederholt werden. Anschließend erfolgt in der Regel die Ballondilatation. Für dieses Verfahren werden größere Führungskatheter benötigt. Dieses Verfahren wird nur in Einzelfällen verwendet.




Mögliche Komplikationen:

Komplikationen können grundsätzlich bei jeder Katheteruntersuchung auftreten. Durch die Ballondilatation kommt es zusätzlich in etwa 5% der Fälle zu Einrissen in der Gefäßinnenwand, die mit einer wesentlichen Einengung des Gefäßes einhergehen, oder die das Gefäß sogar verschließen können. In dieser Situation kann eine akute Gefäß-Op drohen, falls keine ausreichenden Umgehungsgefäße vorhanden sind. Diese Situation wird durch erneute Dehnung des Gefäßes, Nachdilatationen oder durch Einbringen einer Gefäßstütze, sog. Stent (Gefäßprothese) beherrscht. In 1-2% der Fälle ist jedoch eine Notfalloperation erforderlich, falls das Versorgungsgebiet des behandelten Gefäßes ausgedehnt ist. Das Risiko eines tödlichen Zwischenfalls liegt nach allgemeiner Erfahrung deutlich unter 1%.

In etwa 5% der Fälle erweist sich der Eingriff als technisch nicht durchführbar, z.B. wenn die Gefäßverengung für den Führungsdraht durch starke Gefäßkrümmungen nicht erreichbar ist. Der Eingriff kann aber aus anderen technischen Gründen erfolglos bleiben. Der behandelnde Arzt wird dann mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

Das Blutungsrisiko aus dem Bereich des Gefäßzugangs ist höher als bei der Katheteruntersuchung, da größere Katheter und Gefäßschleusen benutzt werden. Werden größere Mengen des gerinnungshemmenden Mittels Heparin eingespritzt, etwa bei Notwendigkeit einer Stent-Implantation (Einbringen einer Gefäßstütze), so ist das Nachblutungsrisiko ebenfalls höher. Schwellungen im Bereich der Leistengegend, die nicht allmählich zurückgehen sollten auch nach Entlassung durch einem Arzt beurteilt werden.






Was ist nach der Ballondilatation zu beachten ?

Nach dem Eingriff besteht strikte Bettruhe. Diese betrug früher häufig 8-16 Stunden, gelegentlich sogar 24 Stunden, die neuen Materialien führen heutezutage häufig zu kürzeren Liegezeiten. Die Liegedauer kann wesentlich kürzer sein, wenn die Punktionsstelle mit einem speziellen System verschlossen oder eine Armarterie (Armschlagader) als Gefäßzugang verwendet wurde. Trotz der Vorsichtsmaßnahmen kann man gelegentlich eine Blutung feststellen, z.B. wenn an der Punktionsstelle ein warmes, feuchtes Gefühl oder ein starker Schmerz zu spüren ist. Mit der Hand kann man auf den Druckverband drücken und sofort das Pflegepersonal oder den Arzt benachrichtigen. Schmerzen oder Taubheitsgefühl im Bein, Schmerzen oder sonstige Beschwerden sollten gleich gemeldet werden.

Vor der Entlassung sollte eine Dopplersonographie mit Belastungs-Test und eine Duplexsonographie durchgeführt werden. Mit diesen Untersuchungen wird der Behandlungserfolg überprüft und sichergestellt, daß keine schweren Durchblutungsstörungen mehr bestehen. Weitere Termine zur Kontrolluntersuchung durch Duplexsonographie und selten durch Katheteruntersuchung sind erforderlich, da die Arteriosklerose als zugrunde liegende Erkrankung nicht beseitigt ist und weiter voranschreiten kann.

Merke !

Für Ihre Nachbehandlung ist ganz besonders wichtig, daß Sie die bei Ihnen bestehenden Risikofaktoren (Rauchen, hohes Cholesterin, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit) ausschalten bzw. einstellen.

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