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Aufdehnung von
Engstellen der Gefäße (Ballondilatation, PTA) A
Zweck der Behandlung: tie
Bei Ihnen wurde im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie)
oder einer Katheteruntersuchung (Angiographie) eine Verengung oder ein Verschluß eines
(möglicherweise auch mehrerer) Gefäße(s) festgestellt, welche für Ihre Beschwerden
oder für Durchblutungsstörungen der Muskulatur verantwortlich gemacht wird, oder eine
solche Gefäßverengung wird aufgrund ihres Beschwerdebildes und der Vorbefunde vermutet.
Engstellen schränken zunehmend die Blutversorgung der Muskulatur ein, entweder in Ruhe
oder bei körperlicher Belastung. Die Ballondilatation führt zur Aufdehnung von
Gefäßverengungen. Die Muskeldurchblutung wird dadurch verbessert; Ihre Beschwerden
lassen nach oder verschwinden völlig.
Durchführung der Behandlung:
Das Vorgehen ist ähnlich wie bei der Katheteruntersuchung (Angiographie).
Hier wird jedoch in der Regel ein etwas größerer Katheter benutzt, der in das betroffene
Gefäß eingebracht wird und der als "Arbeitskanal" dient. Über diesen
Führungskatheter wird ein haarfeiner Draht (sogenannter Führungsdraht) in das betroffene
Gefäß, durch die verengte Stelle hindurch bis in die fern gelegenen Abschnitte des
Gefäßes eingeführt. Dieser Draht dient als Schiene für den darüber einzuführenden
Ballonkatheter. Der Ballonkatheter besteht aus einem sehr feinen Kunststoffschlauch, der
in seiner Spitze einen 2-10 cm langen Ballon besitzt. Dieser Ballon ist markiert und bei
der Röntgendurchleuchtung sichtbar. Er wird genau in die Verengung eingebracht. Durch
Aufblasen des mit einer Kontrastmittel-Kochsalz-Mischung gefüllten Ballons wird die enge
Stelle aufgeweitet.
Während dieses Vorgangs, welcher 15-60 Sekunden (seltener wesentlich länger) dauert,
fließt kein Blut durch das Gefäß, so daß hierbei Schmerzen auftreten können. Diese
Beschwerden lassen nach, sobald der Ballon entleert und zurückgezogen wird. Sie werden
gebeten, Ihre Beschwerden sofort anzugeben und das Nachlassen der Beschwerden ebenfalls
sofort mitzuteilen.
Durch Kontrastmitteldarstellung des Gefäßes wird das Ergebnis der Behandlung sofort
beurteilt. Sie ist in über 90% der Fälle erfolgreich, so daß in der Regel nur noch
leichtgradige Verengungen, die keine Beschwerden mehr verursachen, zurückbleiben. Auch
frisch verschlossene Gefäße bei akutem Gefäßverschluß können durch dieses
Behandlungsverfahren mit einer hohen Erfolgsrate (über 90%) wiedereröffnet werden. Bei
altem vollständigem Gefäßverschluß (in Abhängigkeit der Gefäßregion bis zu einem
Jahr) betragen allerdings die Erfolgsaussichten nur ca. 50%.
Bestimmte, vor allem komplizierte Gefäßeinengungen lassen sich mit Ballonkathetern nicht
oder nicht ausreichend aufdehnen und müssen mit speziellen Sonden vorbehandelt werden, um
sie einer Ballondilatation zugänglich zu machen. Die wichtigsten Verfahren sind die
Hydrolyse, Lyse und die Atherektomie.
Atherektomie: Fettpolster an großen Gefäßabschnitten, die
unregelmäßig angeordnet sind, können mit einem rotierenden Messer, welches in einem
kleinen Gehäuse untergebracht ist, abgetragen werden. Der Atherektomiekatheter wird
ebenfalls über einen Führungsdraht vorgeschoben. Über einen batteriebetriebenen Motor
erfolgt die Abtragung, während das Messer langsam vorgeschoben wird. Der Vorgang muß
mehrfach wiederholt werden. Anschließend erfolgt in der Regel die Ballondilatation. Für
dieses Verfahren werden größere
Führungskatheter benötigt. Dieses Verfahren wird nur in Einzelfällen verwendet.
Mögliche Komplikationen:
Komplikationen wie bei jeder Katheteruntersuchung können auftreten. Durch die
Ballondilatation kommt es zusätzlich in etwa 5% der Fälle zu Einrissen in der
Gefäßinnenwand, die mit einer wesentlichen Einengung des Gefäßes einhergehen, oder die
das Gefäß sogar verschließen können. In dieser Situation kann eine akute Gefäß-Op
drohen, falls keine ausreichenden Umgehungsgefäße vorhanden sind. Diese Situation wird
durch
Nachdilatationen oder durch Einbringen einer Gefäßstütze, sog. Stent (Gefäßprothese)
beherrscht. In 1-2% der Fälle ist jedoch eine Notfalloperation erforderlich, falls das
Versorgungsgebiet des behandelten Gefäßes ausgedehnt ist. Das Risiko eines tödlichen
Zwischenfalls liegt nach allgemeiner Erfahrung deutlich unter 1%.
In etwa 5% der Fälle erweist sich der Eingriff als technisch nicht durchführbar, z.B.
wenn die Gefäßverengung für den Führungsdraht nicht erreichbar ist, vor allem, wenn
starke Gefäßkrümmungen vorliegen. Der Eingriff kann aber aus anderen, technisch
bedingten Gründen erfolglos bleiben. Der behandelnde Arzt wird dann mit Ihnen das weitere
Vorgehen besprechen.
Das Nachblutungsrisiko aus dem Bereich des Gefäßzugangs liegt höher als bei der
Katheteruntersuchung, da größere Katheter benutzt werden. Werden größere Mengen des
gerinnungshemmenden Mittels Heparin eingespritzt, etwa bei Notwendigkeit einer
Stent-Implantation (Einbringen einer Gefäßstütze), so ist das Nachblutungsrisiko
höher. Schwellungen im Bereich der Leistengegend, die nicht allmählich zurückgehen,
müssen Sie, auch nach Ihrer Entlassung, Ihrem behandelnden Arzt melden.
Verhalten nach der Ballondilatation:
Nach dem Eingriff müssen Sie Bettruhe über 24 Stunden einhalten. Die Liegedauer kann
wesentlich kürzer sein, wenn die Punktionsstelle mit einem speziellen System verschlossen
oder eine Armarterie (Armschlagader) als Gefäßzugang verwendet wurde. Sollten Sie trotz
der Vorsichtsmaßnahmen eine Blutung feststellen, z.B. an der Punktionsstelle ein warmes,
feuchtes Gefühl oder einen starken Schmerz spüren, so drücken Sie mit der Hand auf den
Druckverband und benachrichtigen sofort das Pflegepersonal oder den Arzt. Schmerzen oder
Taubheitsgefühl im Bein, Schmerzen oder sonstige Beschwerden müssen Sie dem Arzt sofort
melden.
Vor Ihrer Entlassung wird eine Dopplersonographie mit Belastungs-Test und eine
Duplexsonographie durchgeführt, um sicherzustellen, daß Sie keine schweren
Durchblutungsstörungen mehr haben. Inwiefern eine erneute Kontrolluntersuchung durch
Duplexsonographie und selten durch Katheteruntersuchung erfolgen muß, werden Sie von
Ihrem betreuenden Arzt informiert.
Merke !
Für Ihre Nachbehandlung ist ganz besonders wichtig, daß Sie die bei Ihnen bestehenden
Risikofaktoren (Rauchen, hohes Cholesterin, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit) ausschalten
bzw. einstellen.
Stent-Implantation: Behandlung von Gefäßen mit Gefäßstützen:
Gefäßstützen, Stents genannt, sind kleine Gefäßprothesen, die meist
aus Edelstahl oder, seltener, aus Tantal bestehen. Sie können über einen Ballonkatheter
in das verengte Gefäß eingebracht und gedehnt werden. Die aufgespannte Gefäßstütze
verharrt dann in diesem Zustand und hält das Gefäß offen und kann nicht in sich
zusammenfallen. Stents werden an Gefäßen von uns seit 1990 implantiert. Stents dienen
zur Verhinderung eines Gefäßverschlusses oder zur optimalen Gefäßaufdehnung, wenn die
Ballondilatation versagt oder nicht ausreicht.
Es kann notwendig sein, die implantierte Gefäßstütze durch Ultraschalluntersuchung zu
überprüfen. Die Ultraschallsonde wird wie ein Ballonkatheter über den liegenden
Führungsdraht in den behandelten Gefäßabschnitt vorgeschoben. Dadurch lassen sich
zusätzliche Informationen über die Gefäßinnenwand und den Entfaltungszustand der
Gefäßstütze gewinnen. Diese Untersuchung wird auch "IVUS" (intravaskuläre
Ultraschalluntersuchung) genannt.
Nachbehandlung
Die Gefäßreaktion auf die Implantation eines Stents beginnt bereits 2-3
Tage nach dem Eingriff, indem neues Gewebe über den feinen Draht des Stents wächst: Nach
einigen Wochen ist der Stent vollständig bedeckt. Da es sich um Fremdmaterial handelt,
besteht grundsätzlich ein Risiko von Gerinnselbildungen im behandelten Gefäß. Deshalb
ist es notwendig, die Bildung von Gerinnseln zu hemmen. Dies wird durch das
gerinnungshemmende Mittel Heparin und durch Medikamente wie Aspirin und Clopidogrel
erreicht. Aspirin und Clopidogrel hemmen die Blutgerinnselbildung durch Verhinderung des
Zusammenballens der Blutplättchen.
Dank der neueren Technik der Stent-Implantation und Nachbehandlung wissen wir aber bereits
heute, daß das Risiko von Gerinnselbildungen geringer ist, als es noch in den letzten
Jahren der Fall war. Als weiteres Medikament kann Ihnen ein sogenannter Calciumantagonist
verordnet werden (z.B. Dilzem oder Adalat). Dieses Mittel hilft, die Gefäßmuskulatur der
Herzkranzgefäße und der übrigen Gefäße zu entspannen. Gefäßverkrampfungen, die auch
zu Angina pectoris führen, werden verhindert.
Die Dauer des stationären Aufenthalts nach einer erfolgreichen Ballondilatation beträgt
etwa 48 Stunden. Ihr Aufenthalt kann sich aufgrund der Stent-Implantation verlängern, um
eine richtige Einstellung Ihrer Medikamente zu ermöglichen und Sie ausreichend
nachzubeobachten. Ihre Medikamente nehmen Sie bitte genauso ein, wie sie Ihnen verordnet
werden. Stellen Sie keinesfalls die Einnahme dieser Medikamente selbständig ein, ohne
vorher mit Ihrem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten.
Verhalten nach Stent-Implantation
Solange Gefäßschleusen noch liegen oder der Druckverband noch angelegt
ist, müssen Sie ruhig liegen. Das Kopfteil des Bettes kann je nach Bedarf bis etwa 30
Grad hoch gestellt werden und Sie können sich auch von einer zur anderen Seite drehen,
solange Sie das Bein auf der Seite der Punktionsstelle gestreckt halten. Sobald der
Druckverband abgenommen wurde, können Sie aufstehen und zunächst vorsichtig gehen. Nach
Ihrer Entlassung führt der Stent zu keiner Einschränkung Ihrer körperlichen Aktivität.
Wie Sie sich verhalten
sollen, wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt im Entlassungsgespräch erläutern.
Mögliche Komplikationen nach Stent-Implantation
Nach der Stent-Implantation wie nach der Ballondilatation kann es zu einer
Nachblutung im Bereich der Punktionsstelle in der Leistengegend oder im Oberschenkel
kommen, die in seltenen Fällen Blutverluste verursachen, vereinzelt auch solche, die eine
Bluttransfusion notwendig machen, Blutergüsse oder Aussackungen des punktierten
Gefäßes, vereinzelt auch solche, die einen operativen Eingriff erfordern. Die
Leistengegend wird nach dem Eingriff von Ihrem behandelnden Arzt kontrolliert. Sollten
Ihnen Schwellungen im Bereich
der Leistengegend, auch nach Ihrer Entlassung, auffallen, so wenden Sie sich bitte
entweder an Ihren Hausarzt oder an uns. Leider können die gerinnungshemmenden Medikamente
keinen hundertprozentzigen Schutz gegen verschließende Gerinnsel gewähren. Deshalb kann
sich das behandelte Gefäß in seltenen Fällen wieder verschließen, so daß ein akutes
Ischämie-Syndrom droht. Die notfallmäßige Wiedereröffnung des Gefässes durch erneute
Ballondilatation muß dann sofort erfolgen.
Aspirin kann auch bei der niedrigen Dosis, die Sie erhalten, Veränderungen an der
Magenschleimhaut verursachen oder zu Geschwüren oder gar Blutungen führen. Falls Sie
Oberbauchschmerzen oder Teerstuhl bemerken, müssen Sie Ihren Hausarzt oder das
Krankenhaus aufsuchen.
Clopidogrel kann in sehr seltenen Fällen zu Unverträglichkeitserscheinungen führen und
Übelkeit oder
allergischen Reaktion kommen gelegentlich vor. Treten sie bei Ihnen auf, so müssen Sie
sie Ihrem Arzt mitteilen.
Spätere Kontrolluntersuchungen
Auch Stents können sich in den ersten Monaten einengen, jedoch nicht so
häufig wie nach PTA ohne Stent-Implantation.
Um den Behandlungserfolg auch langfristig beurteilen zu können, kann Ihnen eine erneute
Untersuchung, 3-6 Monate nach Stent-Implantation, empfohlen werden. Ihr Gesundheitszustand
wird anhand Ihrer Angaben, Dopplersonographie und Belastungs-Tests beurteilt. Eine erneute
Angiographie ist nur selten zu empfehlen und dient dazu, das behandelte Gefäß genau zu
untersuchen. Weist der Stent keinerlei Wiedereinengung auf, so kann auch langfristig mit
einem weiteren guten Verlauf gerechnet werden. Findet sich jedoch eine Wiedereinengung des
Gefäßes, die zu neuerlichen Beschwerden oder Durchblutungsstörungen führt, so wird
diese Untersuchung mit einer Ballondilatation in gleicher Sitzung verbunden. Das Risiko
dieses Eingriffs ist in der Regel geringer als bei dem ersten Eingriff.
Nachdem Sie diese Information gelesen haben, notieren Sie sich bitte eventuelle Fragen,
die Sie an den behandelnden Angiologen stellen oder ausführlicher erklärt haben
möchten.
Zu dieser Patienteninformation gehören Informationsblätter über die Ballondilatation
(Aufdehnung von Gefäßen mit dem Ballonkatheter) und Angiographie (Katheteruntersuchung).
Diese Blätter möchten Sie bitte unterschreiben, falls Sie mit der Untersuchung bzw.
Behandlung einverstanden sind.
Wenn im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie)
oder einer Katheteruntersuchung (Angiographie) oder durch eine
MR-Angiographie (Kernspintomographie) eine Verengung oder ein Verschluß eines
(möglicherweise auch mehrerer) Gefäße(s) festgestellt wird, welche für
die Beschwerden
oder für Durchblutungsstörungen der Muskulatur verantwortlich gemacht oder eine
solche Gefäßverengung wird aufgrund ihres Beschwerdebildes und der Vorbefunde vermutet.
Engstellen schränken zunehmend die Blutversorgung der Muskulatur ein, entweder in Ruhe
oder bei körperlicher Belastung. Die Ballondilatation führt zur Aufdehnung von
Gefäßverengungen. Die Muskeldurchblutung wird dadurch verbessert; Ihre Beschwerden
lassen nach oder verschwinden völlig.
Durchführung der Behandlung:
Das Vorgehen ist ähnlich wie bei der Katheteruntersuchung (Angiographie).
Hier wird jedoch in der Regel ein etwas größerer Katheter benutzt, der in das betroffene
Gefäß eingebracht wird und der als "Arbeitskanal" dient. Über diesen
Führungskatheter wird ein haarfeiner Draht (sogenannter Führungsdraht) in das betroffene
Gefäß, durch die verengte Stelle hindurch bis in die fern gelegenen Abschnitte des
Gefäßes eingeführt. Dieser Draht dient als Schiene für den darüber einzuführenden
Ballonkatheter. Der Ballonkatheter besteht aus einem sehr feinen Kunststoffschlauch, der
in seiner Spitze einen 2-10 cm langen Ballon besitzt. Dieser Ballon ist markiert und bei
der Röntgendurchleuchtung sichtbar. Er wird genau in die Verengung eingebracht. Durch
Aufblasen des mit einer Kontrastmittel-Kochsalz-Mischung gefüllten Ballons wird die enge
Stelle aufgeweitet.
Während dieses Vorgangs, welcher 15-60 Sekunden (seltener wesentlich länger) dauert,
fließt kein Blut durch das Gefäß, so daß hierbei Schmerzen auftreten können. Diese
Beschwerden lassen nach, sobald der Ballon entleert und zurückgezogen wird. Sie werden
gebeten, Ihre Beschwerden sofort anzugeben und das Nachlassen der Beschwerden ebenfalls
sofort mitzuteilen.
Durch Kontrastmitteldarstellung des Gefäßes wird das Ergebnis der Behandlung sofort
beurteilt. Sie ist in über 90% der Fälle erfolgreich, so daß in der Regel nur noch
leichtgradige Verengungen, die keine Beschwerden mehr verursachen, zurückbleiben. Auch
frisch verschlossene Gefäße bei akutem Gefäßverschluß können durch dieses
Behandlungsverfahren mit einer hohen Erfolgsrate (über 90%) wiedereröffnet werden. Bei
altem vollständigem Gefäßverschluß (in Abhängigkeit der Gefäßregion bis zu einem
Jahr) betragen allerdings die Erfolgsaussichten nur ca. 50%.
Bestimmte, vor allem komplizierte Gefäßeinengungen lassen sich mit Ballonkathetern nicht
oder nicht ausreichend aufdehnen und müssen mit speziellen Sonden vorbehandelt werden, um
sie einer Ballondilatation zugänglich zu machen. Die wichtigsten Verfahren sind die
Hydrolyse, Lyse und die Atherektomie.
Atherektomie: Fettpolster an großen Gefäßabschnitten, die
unregelmäßig angeordnet sind, können mit einem rotierenden Messer, welches in einem
kleinen Gehäuse untergebracht ist, abgetragen werden. Der Atherektomiekatheter wird
ebenfalls über einen Führungsdraht vorgeschoben. Über einen batteriebetriebenen Motor
erfolgt die Abtragung, während das Messer langsam vorgeschoben wird. Der Vorgang muß
mehrfach wiederholt werden. Anschließend erfolgt in der Regel die Ballondilatation. Für
dieses Verfahren werden größere
Führungskatheter benötigt. Dieses Verfahren wird nur in Einzelfällen verwendet.
Mögliche Komplikationen:
Komplikationen wie bei jeder Katheteruntersuchung können auftreten. Durch die
Ballondilatation kommt es zusätzlich in etwa 5% der Fälle zu Einrissen in der
Gefäßinnenwand, die mit einer wesentlichen Einengung des Gefäßes einhergehen, oder die
das Gefäß sogar verschließen können. In dieser Situation kann eine akute Gefäß-Op
drohen, falls keine ausreichenden Umgehungsgefäße vorhanden sind. Diese Situation wird
durch
Nachdilatationen oder durch Einbringen einer Gefäßstütze, sog. Stent (Gefäßprothese)
beherrscht. In 1-2% der Fälle ist jedoch eine Notfalloperation erforderlich, falls das
Versorgungsgebiet des behandelten Gefäßes ausgedehnt ist. Das Risiko eines tödlichen
Zwischenfalls liegt nach allgemeiner Erfahrung deutlich unter 1%.
In etwa 5% der Fälle erweist sich der Eingriff als technisch nicht durchführbar, z.B.
wenn die Gefäßverengung für den Führungsdraht nicht erreichbar ist, vor allem, wenn
starke Gefäßkrümmungen vorliegen. Der Eingriff kann aber aus anderen, technisch
bedingten Gründen erfolglos bleiben. Der behandelnde Arzt wird dann mit Ihnen das weitere
Vorgehen besprechen.
Das Nachblutungsrisiko aus dem Bereich des Gefäßzugangs liegt höher als bei der
Katheteruntersuchung, da größere Katheter benutzt werden. Werden größere Mengen des
gerinnungshemmenden Mittels Heparin eingespritzt, etwa bei Notwendigkeit einer
Stent-Implantation (Einbringen einer Gefäßstütze), so ist das Nachblutungsrisiko
höher. Schwellungen im Bereich der Leistengegend, die nicht allmählich zurückgehen,
müssen Sie, auch nach Ihrer Entlassung, Ihrem behandelnden Arzt melden.
Verhalten nach der Ballondilatation:
Nach dem Eingriff müssen Sie Bettruhe über 24 Stunden einhalten. Die Liegedauer kann
wesentlich kürzer sein, wenn die Punktionsstelle mit einem speziellen System verschlossen
oder eine Armarterie (Armschlagader) als Gefäßzugang verwendet wurde. Sollten Sie trotz
der Vorsichtsmaßnahmen eine Blutung feststellen, z.B. an der Punktionsstelle ein warmes,
feuchtes Gefühl oder einen starken Schmerz spüren, so drücken Sie mit der Hand auf den
Druckverband und benachrichtigen sofort das Pflegepersonal oder den Arzt. Schmerzen oder
Taubheitsgefühl im Bein, Schmerzen oder sonstige Beschwerden müssen Sie dem Arzt sofort
melden.
Vor Ihrer Entlassung wird eine Dopplersonographie mit Belastungs-Test und eine
Duplexsonographie durchgeführt, um sicherzustellen, daß Sie keine schweren
Durchblutungsstörungen mehr haben. Inwiefern eine erneute Kontrolluntersuchung durch
Duplexsonographie und selten durch Katheteruntersuchung erfolgen muß, werden Sie von
Ihrem betreuenden Arzt informiert.
Merke !
Für Ihre Nachbehandlung ist ganz besonders wichtig, daß Sie die bei Ihnen bestehenden
Risikofaktoren (Rauchen, hohes Cholesterin, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit) ausschalten
bzw. einstellen.
Stent-Implantation: Behandlung von Gefäßen mit Gefäßstützen:
Gefäßstützen, Stents genannt, sind kleine Gefäßprothesen, die meist
aus Edelstahl oder, seltener, aus Tantal bestehen. Sie können über einen Ballonkatheter
in das verengte Gefäß eingebracht und gedehnt werden. Die aufgespannte Gefäßstütze
verharrt dann in diesem Zustand und hält das Gefäß offen und kann nicht in sich
zusammenfallen. Stents werden an Gefäßen von uns seit 1990 implantiert. Stents dienen
zur Verhinderung eines Gefäßverschlusses oder zur optimalen Gefäßaufdehnung, wenn die
Ballondilatation versagt oder nicht ausreicht.
Es kann notwendig sein, die implantierte Gefäßstütze durch Ultraschalluntersuchung zu
überprüfen. Die Ultraschallsonde wird wie ein Ballonkatheter über den liegenden
Führungsdraht in den behandelten Gefäßabschnitt vorgeschoben. Dadurch lassen sich
zusätzliche Informationen über die Gefäßinnenwand und den Entfaltungszustand der
Gefäßstütze gewinnen. Diese Untersuchung wird auch "IVUS" (intravaskuläre
Ultraschalluntersuchung) genannt.
Nachbehandlung
Die Gefäßreaktion auf die Implantation eines Stents beginnt bereits 2-3
Tage nach dem Eingriff, indem neues Gewebe über den feinen Draht des Stents wächst: Nach
einigen Wochen ist der Stent vollständig bedeckt. Da es sich um Fremdmaterial handelt,
besteht grundsätzlich ein Risiko von Gerinnselbildungen im behandelten Gefäß. Deshalb
ist es notwendig, die Bildung von Gerinnseln zu hemmen. Dies wird durch das
gerinnungshemmende Mittel Heparin und durch Medikamente wie Aspirin und Clopidogrel
erreicht. Aspirin und Clopidogrel hemmen die Blutgerinnselbildung durch Verhinderung des
Zusammenballens der Blutplättchen.
Dank der neueren Technik der Stent-Implantation und Nachbehandlung wissen wir aber bereits
heute, daß das Risiko von Gerinnselbildungen geringer ist, als es noch in den letzten
Jahren der Fall war. Als weiteres Medikament kann Ihnen ein sogenannter Calciumantagonist
verordnet werden (z.B. Dilzem oder Adalat). Dieses Mittel hilft, die Gefäßmuskulatur der
Herzkranzgefäße und der übrigen Gefäße zu entspannen. Gefäßverkrampfungen, die auch
zu Angina pectoris führen, werden verhindert.
Die Dauer des stationären Aufenthalts nach einer erfolgreichen Ballondilatation beträgt
etwa 48 Stunden. Ihr Aufenthalt kann sich aufgrund der Stent-Implantation verlängern, um
eine richtige Einstellung Ihrer Medikamente zu ermöglichen und Sie ausreichend
nachzubeobachten. Ihre Medikamente nehmen Sie bitte genauso ein, wie sie Ihnen verordnet
werden. Stellen Sie keinesfalls die Einnahme dieser Medikamente selbständig ein, ohne
vorher mit Ihrem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten.
Verhalten nach Stent-Implantation
Solange Gefäßschleusen noch liegen oder der Druckverband noch angelegt
ist, müssen Sie ruhig liegen. Das Kopfteil des Bettes kann je nach Bedarf bis etwa 30
Grad hoch gestellt werden und Sie können sich auch von einer zur anderen Seite drehen,
solange Sie das Bein auf der Seite der Punktionsstelle gestreckt halten. Sobald der
Druckverband abgenommen wurde, können Sie aufstehen und zunächst vorsichtig gehen. Nach
Ihrer Entlassung führt der Stent zu keiner Einschränkung Ihrer körperlichen Aktivität.
Wie Sie sich verhalten
sollen, wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt im Entlassungsgespräch erläutern.
Mögliche Komplikationen nach Stent-Implantation
Nach der Stent-Implantation wie nach der Ballondilatation kann es zu einer
Nachblutung im Bereich der Punktionsstelle in der Leistengegend oder im Oberschenkel
kommen, die in seltenen Fällen Blutverluste verursachen, vereinzelt auch solche, die eine
Bluttransfusion notwendig machen, Blutergüsse oder Aussackungen des punktierten
Gefäßes, vereinzelt auch solche, die einen operativen Eingriff erfordern. Die
Leistengegend wird nach dem Eingriff von Ihrem behandelnden Arzt kontrolliert. Sollten
Ihnen Schwellungen im Bereich
der Leistengegend, auch nach Ihrer Entlassung, auffallen, so wenden Sie sich bitte
entweder an Ihren Hausarzt oder an uns. Leider können die gerinnungshemmenden Medikamente
keinen hundertprozentzigen Schutz gegen verschließende Gerinnsel gewähren. Deshalb kann
sich das behandelte Gefäß in seltenen Fällen wieder verschließen, so daß ein akutes
Ischämie-Syndrom droht. Die notfallmäßige Wiedereröffnung des Gefässes durch erneute
Ballondilatation muß dann sofort erfolgen.
Aspirin kann auch bei der niedrigen Dosis, die Sie erhalten, Veränderungen an der
Magenschleimhaut verursachen oder zu Geschwüren oder gar Blutungen führen. Falls Sie
Oberbauchschmerzen oder Teerstuhl bemerken, müssen Sie Ihren Hausarzt oder das
Krankenhaus aufsuchen.
Clopidogrel kann in sehr seltenen Fällen zu Unverträglichkeitserscheinungen führen und
Übelkeit oder
allergischen Reaktion kommen gelegentlich vor. Treten sie bei Ihnen auf, so müssen Sie
sie Ihrem Arzt mitteilen.
Spätere Kontrolluntersuchungen
Auch Stents können sich in den ersten Monaten einengen, jedoch nicht so
häufig wie nach PTA ohne Stent-Implantation.
Um den Behandlungserfolg auch langfristig beurteilen zu können, kann Ihnen eine erneute
Untersuchung, 3-6 Monate nach Stent-Implantation, empfohlen werden. Ihr Gesundheitszustand
wird anhand Ihrer Angaben, Dopplersonographie und Belastungs-Tests beurteilt. Eine erneute
Angiographie ist nur selten zu empfehlen und dient dazu, das behandelte Gefäß genau zu
untersuchen. Weist der Stent keinerlei Wiedereinengung auf, so kann auch langfristig mit
einem weiteren guten Verlauf gerechnet werden. Findet sich jedoch eine Wiedereinengung des
Gefäßes, die zu neuerlichen Beschwerden oder Durchblutungsstörungen führt, so wird
diese Untersuchung mit einer Ballondilatation in gleicher Sitzung verbunden. Das Risiko
dieses Eingriffs ist in der Regel geringer als bei dem ersten Eingriff.
Nachdem Sie diese Information gelesen haben, notieren Sie sich bitte eventuelle Fragen,
die Sie an den behandelnden Angiologen stellen oder ausführlicher erklärt haben
möchten.
Zu dieser Patienteninformation gehören Informationsblätter über die Ballondilatation
(Aufdehnung von Gefäßen mit dem Ballonkatheter) und Angiographie (Katheteruntersuchung).
Diese Blätter möchten Sie bitte unterschreiben, falls Sie mit der Untersuchung bzw.
Behandlung einverstanden sind. |