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Acolyse - Behandlung mit Ultraschall in Arterien
      Blutgerinnsel in den Arterien, sogenannte Thromben, können lebensgefährliche Folgen haben. Sie können wachsen und den Blutstrom behindern oder das Gefäß vollständig verschließen. Bei akutem Verschluß der Beinarterie ist schnelles Handeln gefragt. Eine neue Behandlungsmethode ist die sogenannte Acolyse. Dieses Verfahren erst von wenigen Krankenhäusern in Deutschland praktiziert. Die Acolyse wird mit der Katheteruntersuchung angewandt. An der Spitze des Katheters befindet sich eine kleine Ultraschallsonde, die zum Blutgerinnsel vorgeschoben wird. Mit Stoßwellen wird dann der Thrombus aufgelöst. Das Verfahren eignet sich für Patienten mit frischen, akut aufgetretenen Beinverschlüssen. Frisch heißt, sie sollten möglichst unter 6 Wochen, jedoch nicht länger als drei Monate her sein. Danach sind diese Gefäßverschlüsse so hart, daß Sie mit dem Ultraschall nicht mehr zu behandeln sind.  Die Acolyse kann lediglich Blutgerinnsel auflösen. Für harte Verengungen und Gefäßverschlüsse ist dieses Verfahren nicht geeignet. Diese neue Technik ist eine risikoarme und schonende Behandlungsweise bei Gefäßverschlüssen. Sie entwickelt sich zu einer Ergänzung bei frischen Gefäßverschlüssen. Die wissenschaftlichen Daten zu diesem Verfahren sind zur Zeit noch unzureichend, berechtigte Hoffnungen müssen erst noch bestätigt werden, um die herkömmlichen Behandlungsmethoden zu ergänzen. Ein Ersatz für die bisherigen Verfahren wird es nicht sein.

Technik dieses Verfahrens
      Mit Schallwellen wird mit dem Katheter direkt an den Ort des Geschehens gegangen. Man behandelt am Ort des Gefäßverschlusses. Es besteht das Risiko, daß man Teile des aufgelösten Blutgerinnsels nach im Gefäß verschleppt. Trotzdem ist die Gefahr bei dieser Methode geringer als bei herkömmlichen Verfahren, weil das Blutgerinnsel in seine Einzelbestandteile "zerlegt" wird.

Risiken des Vefahrens
       Die Risiken sind vergleichbar mit denen einer Ballondehnung, da es die grundsätzlich gleiche Technik ist. Man geht mit einem Draht durch den Verschluß durch und schiebt darüber den Katheter. Es kann sein, daß die Gefäßwand verletzt wird. Diese Risiken können aber auch bei einer Ballondehnung auftreten. Diese gelten bei der Acolyse aber nicht in erhöhtem Maße.

Ergänzende Behandlung und Nachbehandlung
       Man kann nicht die zugrundeliegende Arteriosklerose "wegsprengen". Es können lediglich die Komplikationes des Blutgerinnsels beseitigt werden. Anschließend kommen andere Kathetertechniken zum Einsatz.

Die Flächen im Gefäß an der Gefäßwand behalten gerinnungsfähige Blutbestandteile. Es muß also gleichzeitig mit Gerinnungshemmern unterstützend behandelt werden, sonst kann eine erfolgreiche Acolyse oder Katheterbehandlung umsonst gewesen sein, da sich die geschaffenen Wundflächen an diesen Gefäßen gleich wieder verschließen. Auch bei den herkömmlichen Behandlungsmethoden müssen zusätzliche Medikamentengaben erfolgen, um eine erneute Thrombose zu verhindern.

Vorteile der Acolyse gegenüber anderen Lyseverfahren
      Die herkömmliche Lysetherapie ist derzeit im Einsatz bei Verschlüssen an den Beingefäßen. Ein dünner Schlauch mit Löchern wird an der Spitze in das Gerinnsel gelegt. Dann werden gerinnselauflösende Medikamente über eine Infusionspumpe verabreicht. Diese Therapie dauert oft sehr lange - mit unter bis zu einigen Tagen. Die möglichen Risiken sind Infektionen, Lagerungsänderungen des Katheters und Blutungskomplikationen. Nicht zuletzt ist dieses Verfahren für Patienten teilweise weniger bequem, da sie ruhig liegen müssen. Mit der Acolyse hat man die Chance, ein Gerinnsel innerhalb weniger Minuten aufzulösen.


Zukünftige Entwicklungen und Hoffnungen
      Mit dieser Methode können eventuell Patienten behandelt werden, die mit verschlossenen Bypässen zur Behandlung kommen. Das sind Patienten, die ein Problem darstellen, denn nach 5-10 Jahren ist mindestens die Hälfte aller angelegten Bypässe verschlossen. Bisher war eine weitere Operation - bei Versagen aller anderer Möglichkeiten - die einzige Alternative. Außerdem wird man sehen, inwieweit das Verfahren bei frischen Gefäßverschlüssen, denen ja auch ein Gerinnsel zugrunde liegt, die herkömmliche Ballonmethode und die gerinnselauflösende Behandlung ergänzen kann.

 

 

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Stand: 14. November 2000