|


| |
|
Erhöhte Gerinnbarkeit
(Hyperkoagulabilität)
Bei einer großen Zahl von Erkrankungen treten Zustände mit vermehrter Gerinnbarkeit des
Blutes auf. Die häufigsten Ursachen sind akute und chronische Entzündungen mit
Veränderungen des Fibrinogengehaltes im Blut.
Als Ursache von Thrombosen kommen auch angeborene oder erworbene Gerinnungsstörungen wie
Protein C - und S - Mangel in Frage. Bei Zuständen von erhöhter Gerinnbarkeit werden
anfänglich die Blutplättchen (Thrombozyten) aktiviert. Es bildet sich ein
Plättchen-Thrombus, der weitere Gerinnungsvorgang (Gerinnungskaskade) wird von
Plasma-Faktoren (intrinsischer Weg) und von Gewebefaktoren (extrinsischer Weg)
unterstützt. Alle Wege treffen sich beim Faktor X (Stuart-Prower-Faktor).
Thrombin - und Fibrinbildung (stabiles Gerinnsel) sind dann das Ergebnis der Aktivierung
des Faktors X. Die Gefäßwand hat somit für die Thrombusbildung nur eine untergeordnete
Bedeutung, Thrombozytenzahl, Thrombozytenfunktion und Plasma-Faktoren sind die primären
Akteure. Die Fibrinbildung ist das Endprodukt des eigentlichen Gerinnungsvorganges. Um
unkontrollierte Gerinnungsabläufe im Gefäßsystem zu unterbinden, besteht eine Balance
aus gerinnungsfördernden Faktoren und gerinnungshemmenden Faktoren: um den
Gerinnungseintritt zu verhindern, sind die hemmenden Faktoren (Inhibitoren) stets etwas im
"Übergewicht". Der wichtigste Inhibitor zur Kontrolle aktiver
Gerinnungsfaktoren ist das sog. Antithrombin III (AT III) - ein Eiweiß, welches
aktivierte Gerinnungsenzyme inaktivieren kann. Weitere Inhibitoren sind das Protein S und
das Protein C. Bei Mangelzuständen dieser Eiweiße ist eine gesteigerte Gerinnbarkeit
(Hyperkoagulabilität) und Thrombosegefahr gegeben. |
|