| Wo treten Gefäßverschlüsse auf - welche Beschwerden machen sie?
In fast 90 % finden sich die Verschlüsse an den
Beinen. Möglicherweise hat hier durch den aufrechten Gang der höhere Blutdruck eine
ausschlaggebende Bedeutung. So addiert sich im Stehen bei einer Körpergröße von 170 cm
ein hydrostatischer Druck von 100 mmHg zu dem im Liegen gemessenen systolischen Blutdruck
von 120 mmHg unter normalen Bedingungen.
Unterschiede in der Prognose und der Behandlung
machen eine Einteilung der arteriellen Verschlußkrankheit in Abhängigkeit vom Ort des
Gefäßverschlusses sinnvoll. Natürlich können beim einzelnen Patienten an verschiedenen
Orten Gefäßverschlüsse auftreten, das kommt häufiger vor als der Befall nur einer
Gefäßregion.
Symptome langsam schleichend oder
plötzlich ?
Die Zeitdauer der Beschwerden bei
Gefäßverschlüssen ist oft Hinweis für die zugrundeliegende Ursache. So finden sich bei
Arteriosklerose eher langsam verlaufende Symptome über Monate oder Jahre, während
entzündliche Gefäßwandveränderungen oftmals durch die rasch auftretende Entwicklung
der Beschwerden charakterisiert sind. Ein plötzliches Auftreten von Symptomen läßt eine
Embolie vermuten.
Die Beschwerden sind abhängig vom Ort des
Gefäßverschlusses und der Ernährungsstörung infolge des Ausmaßes der
Durchblutungseinschränkung. Entsprechend werden verschiedene Stadien der arteriellen
Verschlußkrankheit unterschieden.
Bei Übernahme der Funktion durch andere Arterien
ist bei Verschlüssen von Arterien nur ein Pulsausfall, gelegentlich auch nur eine
Pulsabschwächung oder ein Seitenunterschied in der Pulswelle festzustellen, ohne daß
Symptome einer Durchblutungsstörung zu erheben sind (Stadium I nach Fontaine).
Gelegentlich kann aber auch, besonders bei älteren Patienten, das übliche
Belastungsausmaß nicht ausreichen, um Beschwerden eines Verschlusses zu produzieren.
Ist die notwendige Blutversorgung bei Belastung
nicht mehr gewährleistet, so entwickelt sich eine entsprechende Symptomatik (Stadium II
nach Fontaine). Art und Ort der Beschwerden sind von dem Ort des Gefäßverschlusses
abhängig. Am häufigsten ist die Arterie des Oberschenkels betroffen, so ist das
bekannteste Symptom der arteriellen Verschlußkrankheit der immer wieder auftretende
Wadenschmerz, die sog. Claudicatio intermittens als Ausdruck der Schaufensterkrankheit.
Nach einer beschwerdefreien Gehstrecke macht sie sich zuerst in der Form eines leichten
Ziehens in der minderversorgten Wadenmuskulatur bemerkbar, welches bei weiterer Belastung
jedoch so zunimmt, daß die Schmerzen zum Stehenbleiben zwingen. Nach einem
belastungsfreien Intervall kann der Patient wiederum eine weitere schmerzfreie Distanz
zurücklegen. Die Länge dieser Wegstrecke wird als "schmerzfreie Gehstrecke"
bezeichnet, sie ist ein wichtiges Kriterium in der Beurteilung des Gefährdungsgrades
eines Beines.
Die Verengung der Herzkranzgefäße führt zu Angina pectoris oder Herzinfarkt bei
völligem Verschluß eines Gefäßes (Herzbeschwerden).
Durchblutungsstörungen im Gehirn führen zu nachlassenden Hirnfunktionen, z.B.
Gedächtnisstörungen, Schwindel, Verwirrtheit (volkstümlich Verkalkung). Je nachdem
welche Hirnregion betroffen ist, können aber auch andere Ausfallserscheinungen an anderen
Körperstellen, z.B. Gefühllosigkeit in Armen oder Beinen oder Sehstörungen
hervorgerufen werden. Ist die Gefäßverengung sehr stark oder wenn ein Hirngefäß
platzt, kann es zu einem Schlaganfall kommen. Unterschieden werden Gefäßveränderungen
außerhalb des Kopfes im Halsbereich und an Gefäßen im Kopf. |