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Die Fistel (Verbindung
zwischen Arterie und Vene)
Es gibt auch Situationen mit einer krankhaften Widerstandsabnahme, z. B.
als Folge einer arteriovenösen Fistel (AV-Fistel). Hierunter versteht man
Kurzschlussverbindungen zwischen einer zuführenden Arterie und abführenden
Vene. Abgesehen von angeborenen Formen (in der Regel viele, aber
kaliberschwächere Kurzschlüsse), stellen die gewöhnlich durch eine
Verletzung (traumatisch) erworbenen Formen großkalibrige arteriovenöse
Kurzschlüsse dar.
Das Auftreten einer solchen Kurzschlussverbindung bedeutet die zusätzliche
Einschaltung eines parallel liegenden Widerstandes. Dies hat eine Abnahme
des Gesamtwiderstandes im Bein zur Folge.
Die Entstehung einer AV-Fistel zwischen A. und V. femoralis hat unter der
hier gemachten Annahme eines zusätzlichen 10%igen Fistelwiderstandes eine
Erhöhung der Leitfähigkeit (oder eine Erniedrigung des
Gesamtwiderstandes) um den Faktor 10 zur Folge. Bei gleichbleibenden
Perfusionsdruck hätte dies die Verzehnfachung der femoralen Stromstärke
zur Folge, die somit von von 250 ml/min auf 2,5 Liter/min ansteigen würde
(bereits die Hälfte der Blutmenge, die pro Minute das Herz passiert).
Da das kritische Blutdruckniveau etwa 50 mmHg beträgt und der
postkapillare Venendruck mit etwa 20 mmHg zu veranschlagen ist, kann eine
arteriovenöse Druckdifferenz von 30 mmHg als für eine ungestörte
Kapillarpassage noch ausreichend angesehen werden. Hieraus geht hervor,
dass die im Fistelbeispiel abgeschätzte und für die Beinstrombahn noch
zur Verfügung stehende Druckdifferenz von 55 mmHg eine zumindest in Ruhe
ungestörte Versorgung zuläßt. Somit führt selbst eine AV-Fistel mit
immerhin zehnfacher Abnahme des Beinstromwiderstandes nicht zu
wesentlichen Funktionsstörungen der ruhenden Extremität.
Klinisch im
Vordergrund steht vielmehr die chronische Volumenbelastung des Herzens,
die therapeutisch einen möglichst raschen Fistelverschluss erfordert.
Weitlumigere Fisteln müssen wegen der zunehmenden Schrumpfung der
Druckdifferenz zwischen Arterie und Vene eine Bedrohung durch eine
Mangeldurchblutung der nachgeschalteten Beinanteile befürchten lassen. |
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