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Arterielle Verschlusskrankheiten

Der Begriff "arterielle Verschlußkrankheit" ist weitgehend auf Gliedmaßenarterien beschränkt und in der Regel von Pulsausfällen unterhalb des Strombahnhindernisses begleitet. Die arterielle Verschlusskrankheit ist ein Verschluß oder eine hochgradige Einengung (Stenose) einer oder mehrerer Arterien mit sich daraus ergebender Funktionseinschränkung der zu ernährenden Extremität.

Weit über 80 % aller Verschlußkrankheiten werden durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) verursacht. Wesentlich seltener sind Verschlüsse durch entzündliche Gefäßwandprozesse, andere Erkrankungen oder Embolien. Damit ist die arterielle Verschlußkrankheit weitgehend auf ältere Bevölkerungsgruppen beschränkt. Sind jüngere Patienten betroffen (jünger als 35-40 Jahre), so liegt eine andere Ursache als Atherosklerose nahe.

Unter Atherosklerose werden Krankheiten zusammengefaßt, die mit einer Verdickung und Verhärtung der Gefäßwand von Arterien einhergehen. Die klinisch häufigste Form ist die der obliterierenden (verschließende) Arteriosklerose (Atheromatose). Sie beginnt bereits im jugendlichen Alter und zeigt dann in der Frühphase streifenförmige Einlagerung von Fetten in die inneren Schichten der Gefäßwand von Arterien, die noch nicht nennenswert das Gefäß einengen.

Diese Fetteinlagerungen sind noch rückbildungsfähig. Sie können jedoch auch in fibröse Plaques bzw. Atherome übergehen, die wesentlich weiter in die Gefäßöffnung hineinragen. Bereits in diesen Stadien sind Kalkablagerungen möglich. Klinische Symptome sind erst zu erwarten, wenn es zum "Aufbrechen" der Plaques kommt und darauf Blutgerinnsel abgelagert wird. Lösen sich Teile, so kommt es zu Embolisierungen in weiter entfernt gelegene kleinere Arterien, die mit einer entsprechenden Symptomatik verbunden sein können. Wächst der wandständige Thrombus, so wird zunehmend die Transportkapazität der Arterie eingeschränkt. Es entwickeln sich Durchblutungsstörungen in dem zu versorgenden Organ.

Eine andere Form der Gefäßverkalkung, die dilatierende Atherosklerose, geht mit Aneurysmenbildungen, vor allem der großen Gefäße, einher.

Eine weitere Art der Atherosklerose ist die Mönckebergsche Mediasklerose, welche vorwiegend an den Arterien der Beine, seltener auch der Arme auftritt. Hier wird bei intakter Gefäßinnenwand, d. h. ohne Einengung des Gefäßdurchmessers, Kalk spangenartig in der mittleren Gefäßwandschicht –Media- abgelagert.

Diese Form ist häufig mit einem Diabetes mellitus kombiniert, aber auch andere Erkrankungen gehen mit der Mediasklerose einher, so die chronische Nierenfunktionsstörung und die Gicht. Die Kalkeinlagerungen können in ihrem Ausmaß so beträchtlich sein, daß die betroffenen Gefäße mit einer Manschette eines handelsüblichen Blutdruckmeßgerätes nicht mehr komprimierbar werden, also normale Blutdruckmessungen und Messungen mit der Doppler-Sonde nicht mehr möglich sind.

 

 

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Stand: 09. Oktober 2000